Die Geschichte des Adventskalenders



Heutzutage ist der Adventskalender ein fester Bestandteil der Adventszeit, auf die sich nicht nur Kinder jedes Jahr freuen. In der Form, wie wir sie heute kennen, ist die liebgewonnene Weihnachtstradition im Gegensatz zu anderen Weihnachtsbräuchen aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, seine eigentlichen Ursprünge sind weitaus älter.

So gab es eine Variante in vorwiegend protestantischen Familien, und zwar die des so genannten Strichkalenders: Vor dem 1. Dezember eines jeden Jahres wurden 24 Kreidestriche an eine Wand oder Tür gemalt, die dann täglich einer nach dem anderen wieder weg gewischt wurden. Nach einem anderen Brauch wurde jeden Tag ein Bild aufgehängt bzw. ein Strohhalm in eine Krippe gelegt, bis zwei Dutzend voll waren. Auch die noch heute bekannte Weihnachtskerze, die jeden Tag ein Stück weiter abgebrannt wird, ist eine der frühesten bekannten Formen des Adventskalenders.

Den gedruckten Adventskalender, allerdings zunächst noch ohne Türen, kennen wir seit Anfang des 20. Jahrhunderts. 1904 legte das ‚Neue Tagblatt Stuttgart‘ als Geschenk für seine Leser seinen Ausgaben je einen Adventskalender bei. 1908 wurde von der lithographischen Anstalt Reichhold & Lang der erste von vielen mit farbenprächtigen Motiven bedruckte Weihnachtskalender auf den Markt gebracht. Die Idee verdankte Gerhard Lang nach Überlieferungen seiner Mutter, die im als Kind jedes Jahr einen Adventskalender aus auf Karton gezeichneten 24 Kästchen bastelte. Um 1920 erschienen in derselben Druckerei auch die ersten Adventskalender, an denen sich 24 Türchen öffnen ließen. Lang gab in den Folgejahren rund 30 verschiedene Motive heraus, bis er den Betrieb Ende der 1930er-Jahre schließen musste.

Aufgrund von Papierknappheit und einem generellen Verbot, Bildkalender herzustellen, wurden während des 2. Weltkrieges in Deutschland so gut wie keine Kalender produziert. Die Tradition lebte jedoch danach umso stärker wieder auf. Schon 1946 wurde der erste Nachkriegskalender herausgebracht.

Seit 1958 gibt es auch Adventskalender, die mit Schokolade gefüllt sind. Seither sind der Fantasie der Hersteller kaum noch Grenzen gesetzt, und das Angebot an Adventskalendern wird jedes Jahr größer und bunter.